Zwischen den Zeilen
Heft 5

Eine Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik
Herausgegeben von Urs Engeler





Über dieses Heft:
Monica Adolph: «Mordwetter denk ich / das Zirpen des Rads / schlägt einen Kreis und / kommt schrecklich zurück / streichender Krähenflug / im Fluß steckt ein Messer / das Lauern der Kähne / in den Nebelmaschen / hängen Möwen / die Sammlung / schwarzer Schneehalden verschwimmt / kein Täter / unverirrt / bleib ich auf der Strecke»
Jürgen Becker: «Die Fenster sind / offen, und das Einmalige kann man nicht / festhalten, auch wenn man aufhört / mit Sprechen... Der Wind schreibt auf seine Art / die Bewegungen vor. Also noch einmal, es geht / um die Wiedergabe der Augenblicke, die plötzlich / etwas unterbrechen... so scheint es, wenn auch / die beiden Krähen jetzt unbewegt verharren / über dem frisch gepflügten Feld.»
Ursula Krechel: «Hut ab vor den Leuten, den schrägen Leuten / Hut ab vor den schrägen Vögeln mit nassem Gefieder / Südwester und Dreispitz, Fellkappe und Ohrenklappen: / Hut ab vor den Leuten / allen krächzenden Leuten, Raben und nicht Raben / wir öffnen ihnen die Tür.»
Sabine Küchler: «Irgendwo da draußen / in einem ferngelegenen Keller hockte ein Kind / wie ich und lauschte dem Zirpen / ernst und verträumt / zwischen allerlei Werkzeug.»
Werner Lutz: «Ein trauriger zerzauster Krähenhimmel. Wer / mag an sich glauben bei diesem schlechten Licht / Nur die Fingerspitzen / sonst keine Aussicht»
Astrid Schleinitz: «Später dann löscht der Nebel / die Spuren den Weg die / hellere Hälfte der Welt / keine Zeit für Abschied / ist doch alles schon Wiederkehr / bodenlos aufgehobenes Blau / darin eingesenkt ein runder / ein tönender Mond / Raben Aschenflügel in die / Pappeln geweht»



Bibliographische Angaben:
Zwischen den Zeilen
Heft 5
Broschiert, 125 Seiten, 13,5 cm x 21,5 cm
DM 20.- / ÖS 150.- / sFr 20.-
ISBN 3-9520722-0-6
Erschienen Februar 1995 / vergriffen


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